Glaubensweg: Vom Saulus zum Paulus

Er könnte sich mit Albatros und Tiger schon fast in eine Reihe stellen: der allsonntägliche Kirchgang. Außer in Niederbayern, wo man die Tradition den älteren Semestern zu Liebe noch frönt,  ist sie so gut wie ausgestorben. Die Gesänge verstaubt, langatmig die Predigt. Wozu also so früh aufstehen?

Im Gegensatz zu unseren Großeltern haben wir es ja scheinbar einfach. Den Burgerladen um die Ecke, vor der Tür die Metro. Wem das „alte“ Handy nicht mehr taugt, der kauft ein Neues. Mit den Partnern läuft es – den Scheidungsraten nach – nicht anders. Aber Gott? Der erscheint mit Minus allenfalls auf dem Steuerbescheid. Nichts wie weg damit.

Auch ich habe Kommunion und Firmung nur widerwillig über mich ergehen lassen. Den Sinn in Geschenken gesehen – bis ich aus meinem Loch hervorgekrochen war. Dann stand für mich fest: es musste ein höheres Wesen seine Finger im Spiel gehabt haben. Mithilfe der Tabletten allein hätte ich es niemals so weit geschafft!

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Meine Taufe in Albanien ebnete mir den Weg in ein neues Leben: mit weniger Jungs und Alkohol. Doch es könnte kaum spannender sein.

Von daher erstand ich im Eifer des Gefechts eine Bibel und machte mich ans erste Buch Mose. Aus der Grundschule waren mir einige Geschichten bereits bekannt. Sobald allerdings die Namensregister losgingen, landete das Meisterwerk in der nächsten Ecke. Das war mir dann doch etwas zu theoretisch.

Die rettende Botschaft

Aber Gott schritt ein. Schon in der Klinik hatte er mich mit Sara vertraut gemacht, die trotz ihres Schicksals Freude verbreitete.  Fünf Jahre später dann traf ich auf Nathalie. Ich hatte mir mit ihr ein Zugticket an meinen Studienort geteilt und war natürlich neugierig, wohin es sie zog. Doch die Auskunft fiel spärlich aus: eine Zeltmission.

Damit konnte ich wenig anfangen. Dachte zuerst an Pfadfinder und bohrte weiter nach, woraufhin es aus Nathalie nur so sprudelt. Sie erzählt mir von der unglaublichen Liebe Gottes, der immer für uns da ist und sogar seinen Sohn opferte, damit wir frei und voller Freude leben können. Ihre Darstellung ließ keine Zweifel offen.

Es wurde ernst…

Langsam bekam ich also eine Ahnung, was Glaube eigentlich bedeutet. Setzte mit einer Kommilitonen – diesmal ganz bewusst – einen Fuß in die Gemeinde und war gerührt von der Atmosphäre. Dass ich erst kürzlich in die Stadt gezogen war, machte die Sache noch einen ganzen Deut spannender.

Jeden Montag ging ich von da an in die Jugendgruppe. Hörte mehr von Gott und hatte darüber hinaus eine Menge Spaß. Denn Freizeiten gab es allerhand. Aber ich spürte auch, dass mehr dran war. An der Bibel und unseren Treffen. Wurde innerlich ruhig und hatte das Gefühl, als wäre ein abhanden gekommener Teil meines Herzens zurückgekehrt.

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2 Gedanken zu “Glaubensweg: Vom Saulus zum Paulus

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