Woche 6: Als wäre es euer letzter Tag…

Ich möchte ja nicht pessimistisch sein. Aber angenommen ihr liegt im Sterben und werdet gefragt, ob ihr euer Leben gelebt habt. Dann möchtet ihr sicher nicht klein beigeben. Darum habe ich mich auf die Suche nach dem Glück des Moments gemacht. Es ist näher, als ihr denkt.

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Wenn ich aufs Wasser raus schaue, wird mein Herz weit. Alle Sorgen sind vergessen. Wie kannst du dich am besten sammeln? Pixabay

Eigentlich fehlte nur noch das Baguette. Wie es der Zufall aber wollte, begegnete mir beim Bäcker Amelie, die Tratschtante schlechthin. Von daher ist bei den Vorbereitungen für den Mädlsabend Eile angesagt. Während des Kochens richte ich gedanklich bereits die Tischdeko – und schwups: ist das Chilli con Carne versalzen.

Vielleicht kennt ihr diese Situationen, in denen Handeln und Denken meilenweit voneinander entfernt sind. Man hakt die To – Do – List geistesabwesend ab, bekommt bei jeder Whatsapp Nachricht einen kleinen Schock – da womöglich weitere Verpflichtungen warten – und ist fix und alle, wenn der Tag überstanden ist. Von Erfüllung keine Spur!

In der Ruhe liegt die Kraft

Lasst uns deshalb einen Blick auf Kurma, die Schildkröte, werfen. Als Hauptfigur des Bestsellers von Aljoscha Long und Ronald Schweppe lässt sie sich auf einen Wettlauf mit dem Langohren ein. Die Chancen auf den Gewinn stehen scheinbar schlecht. Doch Kurma setzt – weise wie sie ist –  das Rennen für den frühen Morgen fest.

Dank ihres Panzers nämlich ist die Schildkröte Meisterin der Kontemplation und triumphiert bereits im Ziel, während dem Hasen noch der Schlaf in den Gliedern steckt. Die Raserei am Vortag hat ihm zu schaffen gemacht.

Die wahre Lebensweisheit
besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare
zu sehen. Pearl S. Buck

 Stellt euch also vor, ihr bekämet die Diagnose Krebs im Endstadium und hättet nur noch 45 Tage zu leben. Dann würdet ihr eure Prioritäten vermutlich auch ganz anders setzen. Jede Gansbrust zelebrieren als wäre es die letzte. Die Worte gegenüber Mitmenschen gezielter wählen. Eben genießen. Genau das nämlich bedeutet Achtsamkeit. Sich auf den Moment zu konzentrieren und Ablenkungen auszublenden.

Achtsamkeit kann jeder lernen

Sei es nun mit Autogenem Training, Qi Gong oder Gehmeditation. Bei mir bewirkten sämtliche Techniken vor allem eins: Wut. Ich versuchte mit aller Gewalt Abstand zu gewinnen und das Gedankenkarussel anzuhalten. Doch lässt sich die Ruhe leider nicht erzwingen. Also habe ich meine Bemühungen erst einmal eingestellt und Jahre später das Kanu fahren entdeckt.

Durch die monotone Paddelbewegung und das langsame Dahingleiten in der Natur konnte ich mich endlich fallen lassen. Der Urlaub war für mich um Längen erholsamerer als er es im All – inclusiv – Hotel je sein kann: Fixe Essenszeiten, Dresscodes oder ungeliebte Pfunde. Ihr müsst euch nicht darum kümmern!

Schwierigkeitsgrad III

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