Woche 3: Lasst euch hinter die Fassade blicken!

Eigentlich sollten wir aus den Verfehlungen der Nationalsozialisten gelernt haben. Zum Leidwesen der Betroffenen sind Depressionen jedoch nach wie vor ein Tabuthema, was die Chancen auf Heilung nicht gerade begünstigt.

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Wem zur Rechtfertigung der Depression noch die passenden Worte fehlen, kann sich in dem Video vom Schwarzen Hund Anregungen holen. Pixabay

Jeder fünfte Bundesbürger leidet unter Depressionen. Still – wohlgemerkt. Im Gegensatz zu den Blinden mit ihrem Stock, der Oma im Rollator oder den Verunfallten mit Gips sieht man den psychisch Kranken nichts an. Es sei denn, ihnen rutscht im „falschen“ Moment ein Geheimnis über die Lippen…

Als wären die Kämpfe mit den Gedanken nicht schon genug, werden Betroffene häufig immer noch als unnütz verschrien und müssen ihre Masken mit viel Energie aufrecht erhalten; die Krankheit selbst schultern. Schließlich sollen dem Arbeitgeber die Kündigungsgründe nicht auf dem Tablett serviert werden.

Doch ist die Realität gar so düster?

Im dritten Reich war sie es allemal. Neben Vernachlässigung und Sterilisation stand Depressiven nicht selten gar der Gnadentod bevor. Ihr aber könnt euch freuen,„aus dem besten der 300 Spermien jener Nacht entstanden zu sein.“ Wie der Mediziner Eckart von Hirschhausen hiermit andeutet, erweisen sich Depressive nämlich teils sogar als leistungsfähiger als der durchschnittliche Angestellte!

Deshalb rate ich euch im Umgang mit der Krankheit zu Offenheit, wie ihr sie in meinem Blog vorgelebt bekommt.  Reicht ihr Woche für Woche nämlich neue Krankschreibungen ein, hegt der Chef schnell Zweifel  und Erklärungsnot ist vorprogrammiert.

Ja, aber…

Natürlich braucht es dazu Mut! Nicht umsonst drückt sich die Depressionsliga in ihrem Leitfaden schwammig aus und auch nicht jede/r Homosexuelle steht zu ihrer/seiner Einstellung. Im schlimmsten Fall drohen schließlich Rufmord oder Rausschmiss.

Wobei ich über die Jahre die Erfahrung gemacht habe, dass die Spötter mit sich selbst oft nicht im Reinen sind und durch ihr Verhalten das eigene Ego pushen wollen. Was natürlich absoluter Quatsch ist! Wer möchte schon eine Ehrennadel dafür, andere in den Dreck zu ziehen.

Brecht ihr stattdessen aber das Schweigen, wird euch womöglich das Glück des Zufalls zuteil. Indem ihr eurem Umfeld nämlich Vertrauen entgegenbringt, schmilzt vielleicht auch beim Gesprächspartner das Eis und er gesteht euch ein: ‚Dann sind wir ja schon zu zweit. Mir geht’s genauso!‘

Schwierigkeitsgrad III

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