Woche 2: Geben macht glücklicher als Nehmen

In Anbetracht der Flüchtlingskrise ist das ehrenamtliche Engagement brisanter denn je. Wird aber immer noch mit viel Aufwand und keinerlei Entschädigung verknüpft. Dass dem nicht so ist, hat Paulus bereits vor 2000 Jahren der Gemeinde in Ephesus gepredigt. Die Henkelritter aus Rehau würden ihm wohl zustimmen.

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Der Mensch ist im Sinne des Erfinders für die Gesellschaft erschaffen. Nicht umsonst entnahm er Adam eine Rippe, um daraus Eva zu formen. Pixabay

Die Blaskapelle packt bereits zusammen, als die letzten Besucher dem Morgen entgegen torkeln. Da klirren am Festplatz noch einmal die Gläser. „Prost!“, setzt der Vereinsvorsitzende an, „Ihr wart ein tolles Team! Ich bin schon gespannt, wie der Kassensturz ausfällt.“

Dass die Kommunbräu e.V. bereits zum fünften Mal das Kellerfest ausrichten konnte, ist alles andere als gewöhnlich. Neben dem Gründungsgedanken, die Braukultur in Rehau wiederzubeleben, braucht es in erster Linie nämlich Mitglieder, die bereit sind anzupacken. In der Freizeit – wohlgemerkt!

Der eine kann mit Zahlen jonglieren, der nächste pflegt Kontakte zur Stadt, wieder ein andrer hat zwar zwei linke Hände, wenn es ums Handwerkliche geht, kann jedoch zehn Maß gleichzeitig stemmen. In einem Verein ist jede Fähigkeit wertvoll. Wenn man den Lohn auch nicht am Kontostand erkennt.

Von wegen… ohne Aufwandsentschädigung

Gemessen an der Zufriedenheit, die sich nach dem Arbeitseinsatz zeigt, können sich die Helfer gar glücklicher schätzen als die Nutznießer, die mit Brummschädel im Bett liegen. Sie wissen jetzt, wo die eigenen Stärken liegen.  Wurden von den Besuchern in hohen Tönen für ihr Engagement gelobt und können gewiss sein, dass sämtliche Bedenken grundlos waren.

Woher kommt das Geld, um die Scheune herzurichten und eine Brauanlage hineinzustellen? Ist uns das Gesundheitsamt wohlgesonnen? Und natürlich: Lohnt sich unsere Mühe? Zum Beginn standen neben der Vision der fünf Freunde vor allem Fragen im Raum.

Eiserner Wille aber gepaart mit der Vorstellung, dass irgendwann einmal ein kühles Bernstein den Rachen hinunterläuft, sorgten selbst in Dürreperioden für Auftrieb. Schließlich hatte man auf Vereinsfahrten schon andre edle Tropfen gekostet, Ratschläge gesammelt und den Zusammenhalt gestärkt.

‚Warum erzählt sie uns diese Geschichte?‘, mag sich der ein oder andere vielleicht gedacht haben. ‚Wir sind froh, wenn wir den Alltag weitestgehend überstanden haben und die Abendschau das Coachprogramm einleitet.‘

Mit vereinten Kräften

Das kann ich sehr wohl verstehen. Selbst zum Schreiben muss ich mir immer wieder in den Hintern treten. Wenn ich aber sehe, was alles möglich wird, wenn man zusammen an einem Strang zieht, dann komme ich zum Nachdenken: Wofür schlägt mein Herz? Was sind meine Stärken? Setze ich sie gewinnbringend ein?

Es muss ja nicht gleich ein eigener Verein sein. Vielleicht wird in der Gemeinde Verstärkung im Chor gesucht. Oder ihr habt Freude am Umgang mit Kindern und könnt den Handballtrainer unterstützen. Wer weiß, wo Gott euch hinstellt. Sogar am Arbeitsplatz könnt ihr den Unterschied für eure Kollegen erwirken: als Mitglied im Betriebsrat.

Während andere stupide ihren Dienst ableisten, könnt ihr dort über eure Grenzen hinauswachsen, Spaß haben und langfristig etwas für euer Selbstvertrauen tun! Die beiden Arbeitspsychologinnen, Sabine Sonnentag und Eva Mojza, haben den Effekt anhand von mehr als 50 Tagebuchauswertungen (ihr erinnert euch hoffentlich!) sogar belegt.

                                                                                                                                                           Schwierigkeit   II

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