Placebo – Effekt: Mehr Schein als Sein?

Ob es sich nun um den Glauben an Gott oder die Stärkepillen handelt: Wenn der Kontext stimmt, wirkt beides Wunder. Ein Blick in die Studien aus der Kommunikationspsychologie liefert Antworten auf das Phänomen, dass „Aus nichts doch etwas wird.“.

Der Schreibtisch scheint sich unter der Last der vielen Ordner bereits zu biegen. Die Zeit ist knapp. Doch genau jetzt möchte der Chef bis zum nächsten Tag auch noch ein Konzept überarbeitet haben. „Das schaffe ich nicht!“, steht mir offenbar auf die Stirn geschrieben. Denn der Vorgesetzte kontert: „Sie müssen nur daran glauben.“ Was also ist dran an diesem unscheinbaren Wort?

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Manchmal sollten wir uns ein Beispiel an den Kindern nehmen, die gar nicht anders können, als sich auf die Großen zu verlassen. Pixabay

Ein Blick in die Medizin gibt Aufschluss: Um Medikamente auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen, werden bereits seit Jahren Placebos verwendet. Also „Scheinmedikamente“, die in ihrem Aussehen ganz dem Original ähneln; jedoch keinen Wirkstoff enthalten. Schlagen die Pillen sowohl bei den Versuchspersonen als auch den tatsächlich behandelten Patienten an, sieht es mit der Zulassung schlecht aus. Der Erfolg hing dann nämlich lediglich von der Glaubwürdigkeit des Arztes ab.

Vertrauen beeinflusst Wirkung

Wie der Kommunikationspsychologe Friedemann Schulz von Thun herausgefunden hat, spielen bei einem Gespräch längst nicht nur die Inhalte eine Rolle. Auch Mimik und Gestik sowie Empathie tragen zur Erwartungshaltung des Gegenübers bei. Wenn euch also schon beim bloßen Anblick einer Spritze übel wird (klassische Konditionierung), kann es hilfreich sein, wenn sich der Arzt ausreichend Zeit für die Aufklärung nimmt und ihr euch in der Praxis wohlfühlt.

Hegt das Unterbewusstsein dagegen leiseste Zweifel, bewegt sich der Arzt auf dünnem Eis. Sollte der Patient nämlich Schaden nehmen oder gar sterben, lautete das Urteil womöglich Körperverletzung. Aber Hand auf Herz: Die Götter in Weiß haben sich natürlich an die Regeln der Kunst zu halten, sodass die Gesundheit an erster Stelle steht. Darüber hinaus werden Placebos bislang vor allem in klinischen Studien verwendet, wofür strenge Auflagen seitens der Ethikkommission gelten.

 „Wenn euer Glaube nur so groß wie ein Senfkorn wäre,
könntet ihr zu diesem Berg sagen: ‚Rücke von hier dorthin!‘
und es würde geschehen.“ Matthäus 17, 20

Wenn die Gewissheit nun allein – so ganz ohne Pillen, Spritzen und Lösungen – jedoch schon Berge versetzen kann, sollten wir uns einmal fragen: Worauf setze ich mein Vertrauen? Hilft mir das im Extremfall weiter?

Das ist bestimmt keine leichte Überlegung, die sich zwischen Brote schmieren und Hausaufgabenbetreuung treffen lässt. Doch es lohnt sich! Ich selbst bin direkt nach dem Abitur ausgezogen und habe in meiner neu gewonnenen Freiheit Entdeckungen gemacht, die meinem Leben eine ganz andere Richtung gegeben haben. Mein „Vater“ spielte dabei eine wichtige Rolle.

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